17
Arme von hinten ſchmeichelnd um den Hals des alten, nachdenklich daſitzenden Herrn und flüſterte in ſein Ohr:
„Er iſt ja das Geſpenſt, liebe Excellenz, das mich aus den Garnen der Eitelkeit befreit hat. O, bitte— bitte!“ Sie war langſam herumgetreten und warf ſich nun flehend vor ihren Vormund hin.
„Die verfluchten Preußen!“ murrte dieſer.„Bei wem iſt er denn in Wilsberg?“
„Beim Onkel Pröhl, wo denn ſonſt?“ fragte Ger⸗ trud fröhlich und hoffnungsvoller als vorhin.„Marga⸗ reth von Rittberg iſt ja eigentlich ſeines Vetters, des Grafen Levin Braut.“
„Ob das derſelbe Graf Levin von Brettow iſt, der bei Keſſelsdorf unſere Verwundeten beſchützt, verpflegt und verbunden hat?“ fragte der Marſchall aufmerkſam.
„Gewiß derſelbe. Er iſt nicht ſo ſchön, wie Wolf Brettow, aber eine impoſante Figur, ſtolz wie ein Adler und heftig wie ein— Feldmarſchall des Königs von Po⸗ len,“ lachte ſie, ſchelmiſch die Runzeln des alten Herrn mit der Fingerſpitze betippend.
„Er war Cornet im Huſarenregimente des Ziethen,“ murmelte dieſer während deſſen ſehr bedenklich.
„Ja wohl, denn Ziethen iſt Junker Wolf's leibli⸗ cher Onkel,“ referirte das Fräulein ganz wohlgemuth ihren Hoffnungen vertrauend, daß nun ihr Freund nichts


