Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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welche die Romantik einem heißen Männerherzen wohl vorzuſpiegeln fähig war. Junker Wolf war nicht geneigt zur Romantik. Er zeigte ſich größtmöglichſt practiſch bei den Bemühungen Nutzen aus ſeinen Erfahrungen zu ziehen, und hatte unbeſtreitbar die richtigen Mittel ergrif⸗ fen, um ſich aus ſ einer Herzenskalamität herauszuarbeiten.

In der Einſamkeit ſeiner Rückreiſe verfiel er auf die Erinnerung an die Abſurdität des alten Domherrn, der Schönheit mit Schönheit amalgamiren wollte, um eine äußerliche Menſchenveredlung zu bewirken. Ein Lächeln überzog ſeine ernſten Mienen bei dieſer Reminiszenz, und doch ſprach er leiſe ſeufzend für ſich:Hätte mein Herz geſprochen beim Anblicke der lieblichen Margareth, ſo würde ich eine glückliche Lebensſtellung errungen haben. Margareth iſt nicht ſo reich, wie das ſtolze übermüthige Fräulein Spärkan, und ſie iſt nicht ſo hoffärtig. Ihr Bruder würde ſie mir mit Freuden anvertraut haben ſo aber ſind wir Alle elend durch den Eigenſinn unſerer

Herzen!

Ende des zweiten Bandes.