Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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ſchon jetzt nicht mehr die Macht, die ſtreitenden Elemente in ſich zu bewältigen, und der Augenblick war voraus zu berechnen, wo er der Dame, die er ſeit vierundzwanzig Stunden anbetete, das Bekenntniß ſeiner Liebe zu Füßen legen würde.

Als er Gertrud abermals an ihre Sänfte geleitete und die warme Hand wiederum ungebürlich zärtlich an ſeinen Mund zu preſſen Miene machte, da fühlte er ein heftiges Zuſammenzucken, und im Nu war ihm die Hand entzogen.

Gertrud bog ſich ſchnell zurück und lehnte ſich zitternd in einen Winkel der Sänfte. Sie hatte Geſpenſter geſe⸗ hen! Eine hohe Geſtalt ſtand feſt aufgerichtet unweit des Portales, wo die Sänften aufgeſtellt waren, und beobach⸗ tete unbeweglich bleibend die verrätheriſch zärtliche Ab⸗ ſchiedsſcene zwiſchen ihr und dem Baron. Sie erkannte auf der Stelle den Junker Wolf, und ein furchtbarer Schmerz durchflog ihr ſchuldbeladenes Herz, als ſie ſich den Ernſt ſeiner Mienen vergegenwärtigte.

Zerſtört kam ſie nach Haus. Alle Erinnerungen an

die Triumphe der Eitelkeit waren verlöſcht. Sie dachte

gar nicht daran. Ihre Kammerzofe wurde fortgeſchickt. Sie wollte ſich allein entkleiden. Als ſie allein war, eilte ſie zum Fenſter, riß es auf und ſtarrte in die Dunkelheit hinaus. Sie wußte, er war da und ſah nach ihr. Aber