21
keine dummen Streiche!“ warnte Elvire.„Nach ſolchen Ereigniſſen in einem Liebesverhältniſſe iſt es gefährlich, die Bande von Neuem knüpfen zu wollen! Weißt Du denn ganz gewiß, ob Margareth dem Grafen jemals ſeine unbeſonnene Löſung ihres Verhältniſſes verzeihen wird?“
„Sie muß ihm verzeihen!“ trotzte Gertrud und trat mit dem Hacken ihres rechten Fußes auf.
„Ob ſie ihn darnach noch lieben kann?“
„Sie muß ihn lieben— ſie muß, ſonſt—“
„Haſſe und verachte ich ſie,“ ſchloß Elvire kaltblü⸗ tig den Satz, weil Gertrud zögerte es zu thun.„Einmal wieder„Haß und Verachtung“, mein Trudchen. Du biſt unverbeſſerlich!“
Gertrud winkte abwehrend mit der Hand, horchte aber dabei ängſtlich und aufmerkſam nach dem Corridor hin.„Still, Elvire, das war Junker Wolf's Stimme! Wahrhaftig! Er iſt's! Er iſt zurück! Was wird er für Nachricht bringen! Ach, Elvire! Komm, wir wollen horchen!“
Eilig, gleichmäßig von Befürchtungen wie von Hoffnungen beſeelt, öffneten die jungen Mädchen die Thür und horchten. Gertrud hatte ſich nicht getäuſcht. Durch das zufällige Offenſtehen eines Fenſters im Corri⸗ dore war es wirklich möglich geworden, den Befehl des


