„Ja, mein beſtes Kind,“ rief Frau von Pröhl mit⸗
leidig,„Margareth's Glück iſt aber von einer Seite be⸗ einträchtigt, wo ich ihr nicht helfen kann. Warten wir ab, was Junker Wolf für Nachrichten bringt.“ „Da ſteckt der Knoten nicht, Mama!“ ſprach Fräu⸗ lein Gertrud eben ſo kurz, wie vorher.„Kennen Sie denn die Geſchichte, die paſſirt iſt, in ihrem ganzen Um⸗ fange?“
„Hoffentlich doch näher, als Du, mein Herzchen,“ meinte Frau von Pröhl nachläſſig.
„Das frägt ſich, Mama. Was denken Sie von dem Benehmen des Grafen Levin? Was urtheilen Sie dar⸗ über?“
Frau von Pröhl ließ ſich herab, ihr Pflegetöchter⸗ chen lachend von der Seite zu betrachten, aber bequemte ſich nicht,„dem Kinde“ darauf zu antworten.
Gertrud, gereizt und die Wichtigkeit ihrer Rolle bei dieſem Familienereigniſſe hoch anſchlagend, fuhr fort: „Sie wiſſen den Hergang aus Rittberg's Munde? Na⸗ türlich! Und dieſer hat nur flüchtig von der Unannehm⸗ lichkeit erzählt, die der Graf Levin durch unzeitige Eifer⸗ ſucht über Margareth verhängt hat? Sehen Sie, daß ich es gerathen habe!“ rief ſie triumphirend.
„Und iſt etwas anders vorgefallen?“ fragte Frau von Pröhl ein klein wenig aufmerkſamer.
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