240
zwar die Kriegsunruhen nicht ganz vorbei, aber es kehrte doch eine gewiſſe Ordnung ein, die eine Ueberſicht der gefallenen Krieger möglich machte.
Ehe Thilo zu ſeinem Vorhaben ſchreiten konnte,
ſprengte eines Tages eine Stafette auf den Sch von Ettershaiden und hoch aufjauchzend
hielt der alte Herr einen Brief den Seine mit dem Ausrufe:„Er lebt!“
Melitta wankte zwar ein klein wenig, fiel jedoch nicht in Ohnmacht, ſondern brach nur in Freudenthränen aus. Nun war ja Alles gut!
Oswald ſchrieb:
„Das Werk iſt vollbracht! Unſer Schwur iſt ge⸗ löfet! Welch' eine Satisfaction für uns, in Paris zu ſein und die vollſtändige Entthronung des Mannes feſt⸗ ſetzen zu ſehen, der ſo unſägliches Elend über unſer Vaterland gebracht, der den Tod von Hunderttauſenden auf der Seele hat! Meine Bruſt drohete vor Entzücken zu ſpringen, als wir, unſern heldenmüthigen Prinzen Eugen an der Spitze, in Paris einzogen. Sein Auge ſuchte meinen Blick— er konnte am beſten beurtheilen, wie ſtark es in mir wogte und wallte. Das geſchah am 30. März, meine Theuern! Am folgenden Tage ward uns die Ehre, die drei verbündeten Monarchen, Alexander, Friedrich Wilhelm und Franz in Paris em⸗ pfangen zu können. Dabei empfing ich meinen Lohn


