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einen heiligen Freundſchaftsbund geſchworen hatten, ſich Aug' im Auge gegenüberſtanden und mit übervollem Herzen der Nacht gedachten, wo ſie zum Schutz und Trutz gegen die gewaltige Macht Napoleons an der Gruft des großen Friedrich den Bruderkuß getauſcht. Was war ſeitdem nicht Alles geſchehen? Wirkungslos war dieſer Schwur geblieben. Gedemüthigt hatte der edle Preußenkönig ſeinen Thron wanken— ſchmerzer⸗ füllt hatte er ſeine ſchöne Gattin dem Grame endlich erliegen ſehen müſſen. Der verklärte Geiſt der Köni⸗ gin Luiſe trat in dieſem verhängnißvollen Momente der ſchmerzlichen Rückerinnerung zwiſchen die feſtentſchloſſe⸗ nen Monarchen und als hörten ſie die Stimme wieder, die ſchon damals ſprach:
„Die göttliche Vorſehung leitet unverkennbar neue Weltzuſtände ein und es ſoll eine neue Ordnung der Dinge kommen, da die alte ſich überlebt hat und in ſich ſelbſt als abgeſtorben zuſammenſtürzt. Wir ſind eingeſchlafen auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen, der, als Herr eines neuen Zeitalters, eine neue Zeit ſchuf. Wir ſind mit derſelben nicht fortgeſchritten, des⸗ halb überflügelt ſie uns.
Der franzöſiſche Kaiſer ſcheint dazu auserſehen, uns als Wegweiſer zu dienen. Von ihm können wir Vieles lernen und es wird nicht verloren ſein, was er jetzt ſchon gethan und ausgerichtet hat. Aber ich halte,
E. Fritze; Die Herren v. Ettershaiden. II. 14


