digen Vorbereitungen, um beim erſten günſtigen Zufalle
aufbrechen zu können.
Sein letzter Beſuch in Ettershaiden hatte eine ſon⸗ derbare, unruhige Seelenſtimmung in ihm erzeugt. Me⸗ litta's Ernſt erſchien ihm wie eine Warnung vor anüber⸗ legten Schritten.
Daß ſie ſich nicht, wie ſonſt, liebevoll ausſprach, ſondern ſich wortkarg zurückzog, beurtheilte er falſch, weil in ſeinem Herzen das Licht der Erkenntniß noch nicht entzündet war. Er hielt ſich für berechtigt zu Ver⸗ traulichkeiten inniger Art und hatte ſich dergeſtalt in das Familienleben Ettershaidens hineingelebt, daß der
leiſe Uebergang in Melitta's Neigung ganz unbemerkt
von ihm geblieben war. Eben ſo wenig empfand er die Veränderung ſeines Gefühles. Daß es ihm Bedürfniß ar, nach Ettershaiden zu reiten, lag nach ſeiner Mei⸗ ag in der Sympathie, die ihn mit dem alten Herrn nüpfte. Sein Geiſt war ſo vollkommen beſchäftigt, ß er die Schläge ſeines Herzens zu beachten vergaß ad gänzlich darüber im Unklaren blieb, daß die Freund⸗
ſchaft der Kindheit zur Liebe gereift war.
Erſt in der Einſamkeit ſeines Zimmers traf die leiſe Mahnung an einen ernſten Abſchied ſein Herz. Das Bild Melitta's erſtand vor ſeiner Phantaſie. In ruhiger Anmuth erſchien ſie ihm, die Augen voll ſtiller Zärt⸗ lichkeit, lieblich erröthend bei dem Kuß, den er der


