Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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mals zu mir ſagte:Sorgen Sie, daß nicht die Neugier wach wird, ſonſt könnte der Fall eintreten, daß ich ſelbſt das Kind in Obhut nehmen müßte, um es vor Zudringlich⸗

keiten unſerer eigenen Kirche zu retten, der eine Seele und ein reiches Erbe in dem Mädchen verloren geht!

Fides ſtarrte wiederum ſehr erſchrocken in ihres Vor⸗ munds Geſicht.

Und Sie haben wirklich nicht eine Ahnung davon, warum man meine Perſon in ſolche Geheimniſſe wickelt? fragte ſie kleinlaut.

Nicht die kleinſte Ahnung! betheuerte der alte Herr.Ich halte feſt an dem Worte des Mannes, der damals als Vermittler zwiſchen mir und Deiner Mutter aufgetreten war. Er hat mir auf die Hoſtie verſichert, daß nicht das mindeſte von Unlauterkeit in allen Verhält⸗ niſſen obwalte, ſondern daß nur ein übereilter Schwur Deiner Mutter, den er mit dem beſten Willen nicht zu ver⸗ nichten im Stande ſei, die Conflicte herbeigeführt hätten, die ſie jetzt rathlos machten. Weiter zu forſchen erlaubte mir meine Ehre und meine Würde nicht. Ich erſah aus der unbedingten Vertrauensaetion, daß man meinen Cha⸗ rakter richtig erkannt habe und ich glaubte demgemäß han⸗ deln zu müſſen. Nun gieb mir Rühe, Kleinel Was Du wünſcheſt, ſoll geſchehen, damit Dein kleines, ſtolzes Herz, welches die Unbeſcholtenheit höher ſtellt, als ein gebrand⸗ marktes, glänzendes Daſein, wieder zufrieden wird. Gute