Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Der alte Mann gab jetzt jeden Widerſtand auf, brummte nur noch inwendig und nahm gehorſam ſeine Blendlaterne aus dem Schranke, der dicht am Fenſter ſtand. Während er ſie anzündete, ſchritt Junker Thilo von Ettershaiden wieder höchſt vorſichtig nach dem Stra⸗ ßendamm zurück undfolgte dann dem alten ehemaligen Leib⸗ huſaren Fritſche, der ein Kirchenamt untergeordneten Ranges bekleidete für dies Mal aber ſpeeiell mit einem königlichen Auftrage betraut war auf einem trockenen Seitenwege nach der Kirche. Leiſe ſchloß der Alte auf und winkte dem Junker, raſch einzutreten.

So lange ſie auf der Straße waren, ſprach keiner von ihnen ein Wort. Kaum aber hatte der Alte die Thür wieder in's Schloß gedrückt und mit ſo wenigem Geräuſch, wie möglich, verſchloſſen, ſo fragt er murmelnd:

Wann kommen die Majeſtäten, Junker Thilo?

Vor Mitternacht nicht, alter Leibhuſar!

Kurioſer Einfall! daß es der Königin nicht graut, um Nitternacht einen Gang in's Gewölbe zu machen.

O die Königin hat in allen Stücken mehr Cou⸗ rage als der König, flüſterte Thilo gedämpft und mit ſprechender Gebärde.Der König ſchläft friedlich aber die Königin tobt und kämpft ſelbſt im Schlafe!

Ja, ja? So ſpricht man auch unter uns, mur⸗ melte der Veteran, indem er ſeine Blendlaterne öffnete

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