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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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ſo lange zu erhalten ſuchen mußte, wie ſie die fremden Kinder bei ſich hatte, zu erſchwingen.

Da geſchah es eines Tages, daß ein Reiter, wohl eingehüllt in einen Mantel, um ſich gegen die rauhe No⸗ vemberluft zu ſchützen, in die Straßen von Guttſtadt einbog und langſam vorwärts ritt. Sein Geſicht zeigte ſich mürriſch und vergrämt, und der Kriegerſchmuck ſeiner Wangen, ein dichter Bart, der ſich über der Oberlippe hinwegzog, war eisgrau. Sonſt aber verrieth nichts den Soldaten. Seine Kleidung war bürgerlich bis auf die rothen Streifen an den Beinkleidern.

Der Mann lenkte in die Straße ein, wo Johanne Franke mit den Kindern in ihrem unverändert hübſchen, einfachen Häuschen wohnte. Sein Blick ſtreifte vorſichtig prüfend an allen Häuſern hin, und wendete ſich kopf⸗ ſchüttelnd immer wieder ab, augenſcheinlich nicht befrie⸗ digt von ſeinem ſchlechten Gedächtniſſe, das ihn in Stich ließ. Er hatte im Laufe der drangvollen Zeit vergeſſen, was ihm jetzt zur Befriedigung einer Herzenspflicht un⸗ umgänglich nöthig war.

Weder der Name, noch irgend ein Merkzeichen wollte ſeinem getrübten Sinne einfallen, wo er damals ſeine Tochter und ſeinen Enkel gelaſſen hatte. Den Na⸗ men der Stadt hatte er behalten. Alles Uebrige war durch den Eindruck der Zeitereigniſſe und durch ein lan⸗