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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Napoleon machte zum erſtenmale in ſeinem fabel⸗ haften Leben die Erfahrung, daß es eine Macht gäbe, die ihn mit allen ſeinen übermüthigen Ideen zermalmen könne. Rußland wurde für den Welteroberer ein Gedenk⸗ ſtein, woran mit unverlöſchbaren Buchſtaben ſtand:Bis hieher und nicht weiter!

In wilder Eile verließ er ſelbſt den Schauplatz ſeiner Thaten, als er erkannte, daß esrückwärts ging. Von den fürchterlichen Rückzügen der großen Armee, von der fluchtähnlichen Reiſe des Kaiſers Napoleon über Warſchau, Glogau und Dresden erfuhren die guten Leute in dem Städtchen, wo die Regiſtratorin Franke wohnte, nur durch Hörenſagen. Des Kaiſers Weg ging bergab. Was ſich aus dem Feldzuge gerettet hatte, eilte geraden Weges davon, um fern von der ruſſiſchen Grenze, die plötzlich eine entſetzenerregende Schranke wurde, die ge⸗ retteten Gliedmaßen heilen und pflegen zu laſſen. Nur dumpfe Gerüchte drangen in das Häuschen, wo Cüſar ſeine kleine Lisbeth hegte, und nur die Hoffnung, daß jetzt der Großpapa Kordall kommen und ſeine beiden Enkel abholen werde, belebte den Muth Johannens, die von der mürriſchen Laune ihrer Mutter viel zu leiden hatte. Wie geſagt, die traurigen Ueberreſte der großen Heeresmacht, noch geleitet und geführt von ihren Ge⸗

nerälen, berührten das Städtchen Guttſtadt nicht, allein 1861. III. Die Erben von Wollun. 2

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