Angſt und Sorge“. Doch das verſtehſt Du noch nicht! Komm! Du ſollſt das kleine Mädchen ſehen, das Deine liebe Tannte Dir geſchenkt hat. Komm!“
Der Knabe weigerte ſich aber mitzugehen. Er ging au's Fenſter, legte ſeine Stirn auf das Fenſterbrett und weinte ſtill, aber ſehr heftig.
Johanna kniete, ergriffen von ſeinem Schmerz, neben ihm nieder und weinte mit ihm.
„Nun bin ich ganz allein auf der Welt!“ ſprach der Knabe vor ſich hin. Man hatte wahrſcheinlich im Laufe der Reiſe oftmals dergleichen geredet und dadurch ſein Nachdenken rege gemacht.
„O, Du haſt ja Dein Schweſterchen, Cäſar,“ ent⸗ gegnete Johanna ſanft.
„Ja, aber was ſoll ich mit dem Schweſterchen machen?“ fragte der Knabe altklug.
„Du ſollſt es lieb haben, ſollſt mit ihm ſpielen, ſollſt es laufen und ſprechen lehren—“
Cäſar trocknete ſeine Thränen und rief ſchnell ge⸗
tröſtet:
„Ja, das will ich thun! das will ich thun! Und
Du erlaubſt, daß wir bei Dir bleiben, bis Großpapa Kordall aus dem Krieg kommt?“
„Ja, Du bleibſt hier und das kleine Mädchen
¹“ verſprach Johanna.


