Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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Hier hielt er ein und ſchwieg mit tiefſinnigem, duͤſtern Blicke. Da der Koͤnig nicht geneigt ſchien, wieder das Wort zu nehmen, wagte es endlich Quentin ſich zu erkun⸗ digen, was unter dieſen Umſtaͤnden ſeine Dienſtpflicht ſey?

Beiin Schenktiſch mit geladenem Gewehr Schildwache zu ſtehen, verſetzte Ludwig,und wenn es Verrath giebt, den Verraͤther zu erſchießen. 4 1 Verrath, Sire! und in dieſem wohlbewachten Schloſ⸗ ſe? rief Durward aus.

Du haͤltſt es fuͤr unmoͤglich, ſprach der Koͤnig, ohne uͤber ſeine Freimuͤthigkeit unwillig zu ſcheinen;aber un⸗ ſere Geſchichte hat gezeigt, daß Verrath ſich durch ein Bohrloch einen Weg bahnen kann. Dem Verrath durch Wachen vorzubeugen! junger Thor! quis custodiat ipsos custodes? wer ſichert mich vor dem Verrathe eben dieſer Waͤchter?

Ihre ſchottiſche Ehre, Sire; antwortete Durward mit Kuͤhnheit..

Sehr wahr; Du haſt Recht, Du gefaͤllſt mir, ſprach der Koͤnig freundlich;die ſchottiſche Ehre hat ſich jederzeit bewaͤhrt, und deswegen vertraue ich ihr. Aber Verrath! hier verſank er wieder in ſeine vorige duͤ⸗ ſtre Stimmung und wandelte mit ungleichen Schritten im Zimmer hin und her.Verrath ſitzt an unſern Tafeln, perlt in unſern Bechern, traͤgt den Bart unſrer Rathge⸗ ber, laͤchelt aus unſern Hofleuten, und aus der boshaften Luſtigkeit unſerer Hofnarren; vor allen Dingen aber liegt er unter der freundlichen Miene eines verſoͤhnten Feindes verborgen. Ludwig von Orleans vertraute dem