Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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dig, als er Dir im Gaſthofe zur Lilie vorſetzte.— Warum ſprichſt Du nicht? Du haſt, duͤnkt mich, Deine Dreiſtigkeit und Dein Feuer am Hofe verloren, wo andere Leute Bei⸗ des finden.“

Quentin, ein eben ſo ſchlauer Juͤngling, als irgend einer, dem jemals ein ſchottiſcher Wind Vorſicht zuwehete, war zu klug, um die gefahrvolle, ihm anſcheinend ertheilte Erlaubniß zur Vertraulichkeit zu benutzen. Er antwortete in wenigen wohlgewaͤhlten Worten: Wenn es ihm uͤberall verſtattet waͤre, Se. Majeſtaͤt anzureden, ſo wuͤrde er bloß Verzeihung fuͤr ſeine baͤuriſche Dreiſtigkeit erbitten, die er, in ſeinem Benehmen gegen ihn, als er ſeines hohen Ranges noch nicht kundig geweſen ſey, an den Tag gelegt habe.

„Schweig davon, junger Freund,“ ſprach der Koͤnig; „ich verzeihe Dir Deine Dreiſtigkeit zu Gunſten Deiner Lebhaftigkeit und Schlauheit. Ich bewunderte Dich, daß Du dem Beruf meines Geyatters Triſtan in Deiner Hin⸗ deutung ſo nahe kamſt. Nachher häͤtte nicht viel gefehlt, ſo waͤre Dir ein Proͤbchen ſeines Handwerks zu Theil ge⸗ worden, wie ich vernommen habe. Ich rathe Dir, nimm Dich vor ihm in Acht; er iſt ein Kaufmann, der mit et⸗ was harten Armbaͤndern und feſt zugeſchnuͤrten Halsbaͤn⸗ dern handelt. Hilf mir zu Pferde:— Ich mag Dich lei⸗ den, und will Dir Gutes erzeigen. Baue auf Niemandes Gunſt;— ſelbſt nicht auf die Deines Oheims oder des Lord Erawford; und ſage nichts von dem zeitigen Bei⸗ ſtande, den Du mir gegen den Eber leiſteteſt; denn wer ſich ruͤhmt, einem Koͤnige in einem ſo dringenden Falle beigeſtanden zu haben, der muß die Befriedigung ſeiner großprahleriſchen Laune als Belohnung hinnehmen.