Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

226 8 liche und gefahrvolle Manduvre vollbracht werden mußte,

auf dem feuchten, ſchluͤpfrigen Boden aus, und da die

Spitze ſeines Schwerdtes auf den borſtigen Harniſch der Schulter des Thieres traf, glitt es ab, ohne einzudringen und Ludwig fiel zu Boden. Gleichwohl war dieſer Fall ein Gluͤck fuͤr den Monarchen, weil der Eber auch ſeiner⸗ ſeits dadurch ſeinen Streich verfehlte, und mit ſeinem Hauer bloß den Schooß ſeines Jagdkleides anſtatt des Schenkels zerriß. Einen Augenblick lief das Thier wuͤthend vorwaͤrts, kehrte aber bald zuruͤck, um ſeinen Angriff ge⸗ gen den Koͤnig gerade in dem Augenblick zu wiederholen, als er ſich von ſeinem Fall erhob. Jetzt war Ludwigs Le⸗ ben in drohender Gefahr, als Quentin Durward, der durch die Langſamkeit ſeines Pferdes zuruͤck geblieben, gluͤckli⸗ cherweiſe aber dem Hifthorn des Koͤnigs, deſſen Ton er von andern unterſchied, gefolgt war, herbeiſprengte und den Eber mit ſeinem Jagdſpeer durchbohrte.

Der Koͤnig, der inzwiſchen wieder feſten Fuß gefaßt hatte, kam jetzt ſeinerſeits unſerm Durward zu Huͤlfe, und durchſtach dem Eber mit ſeinem Schwerdte die Kehle. Bevor er mit Quentin ein Wort ſprach, maß er das un⸗ geheure Thier nicht nur nach Schritten, ſondern auch Fuß⸗ weiſe, trocknete ſich dann den uͤber die Stirn fließenden

Schweiß und das Blut, welches ſeine Haͤnde bedeckte,

nahm ſeine Jagdmüͤtze ab, hing ſie an ein Geſtraͤuch, und betete dann andaͤchtig zu den kleinen bleiernen Heiligen⸗ bildern, mit denen ſie umgeben war. Dann warf er einen Blick auf Durward;„biſt Du es, mein junger Schotte?“ hob er an,„Du haſt Dein Weidwerk gut begonnen, nd Maitre Pierre iſt Dir eine eben ſo gute Mahlzeit ul⸗