Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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er mit Sicherheit verdammen konnte, ſo ward er auch nie durch ein Gefuͤhl von Rache zu einer voreiligen Gewalt⸗ that angereizt. Er fuhr ſelten auf ſeine Beute los, bis ſie ganz in ſeinem Bereich und keine Rettung fuͤr ſie zu erwarten war, und ſo ſorgfaͤltig wußte er ſeine Bewegun⸗ gen zu verbergen, daß der Erfolg gewoͤhnlich erſt der Welt verkuͤndigte, welchen Gegenſtand er zu erreichen bemuͤht geweſen war.

Auf gleiche Weiſe machte Ludwigs Geiz einer ſchein⸗ baren Verſchwendung Platz, wenn es nothwendig war, den Guͤnſtling oder Miniſter eines fuͤrſtlichen Nebenbuh⸗ lers zu beſtechen, um einen gegen ihn beabſichtigten An⸗ griff abzuwenden, oder ein gegen ihn geſchloſſenes Buͤndniß aufzuloͤſen. Er liebte Zuͤgelloſigkeit und Vergnuͤgungen; allein weder Schoͤnheit noch die Jagd vermochten je, ob⸗ gleich die Leidenſchaft fuͤr Beide herrſchend bei ihm war, ihn von der unausgeſetzteſten Aufmerkſamkeit auf die oͤſſentli⸗ chen Geſchaͤfte und von den Angelegenheiten ſeines Reichs abzulenken. Er beſaß eine tiefe Menſchenkenntniß, die er auf den geheimen Lebenswegen erlangt hatte, welche er oft ſelbſt betrat, und wenn gleich perſoͤnlich ſtolz und hoch⸗ muͤthig, ſtand er doch nicht an, ohne Ruͤckſicht auf will⸗ kuͤhrliche geſellſchaftliche Trennungen, Maͤnner aus den nie⸗ drigſten Staͤnden zu den wichtigſten Aemtern zu erheben, welches damals fuͤr etwas ganz Unnatuͤrliches gehalten ward,

und wußte ſo geſchickt zu waͤhlen, daß er ſich ſelten In

icht ihrer Eigenſchaften betrogen fand. llein es lagen Widerſpruͤche in dem Charakter dieſes liſtigen und geſchickten Monarchen, denn die Menſchheit

iſt nie gleichförmig. Er, der falſcheſte und unaufrichtigſto .