Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

ward, zu retten, beſtieg den wankenden Thron, Ludwig XI.

3 43 eigene Rechnung Krieg, bemaͤchtigten ſich der Sahloͤſſer und Thuͤrme, die ſie als Zufluchtsort gebrauchten,— mach⸗ ten Gefangene und nahmen Ldſegeld dafuͤr, erpreßten Tribut in den Doͤrfern und ihren Umgegenden,— und erlangten durch jede Art von Raub den paſſenden Bei⸗ namen der Scheerer und Schinder. 21) Mitten unter den Graͤueln und der Noth, welche der zerruͤttete Zuſtand der oſſentlichen Angelegenheiten herbeifuͤhrte, zeichneten ſich die Hoͤfe der geringeren Edelleute ſowohl, als die der groͤßeren Fuͤrſten durch einen ſorgloſen und verſchwenderi⸗ ſchen Aufwand aus, und ihre Vaſallen, ihnen nachahmend, verwandten auf eine rohe aber prachtvolle Weiſe den Reich⸗ thum, welchen ſie von dem Volke erpreßt hatten. Ein Ton romantiſcher und ritterlicher Galanterie, der jedoch oft durch eine ungebundene Zuͤgelloſigkeit geſchaͤndet ward, bezeichnete den Verkehr zwiſchen beiden Geſchlechtern. Die Sprache der fahrenden Ritterſchaft war noch gebraͤuchlich, und ihre Regeln wurden befolgt, wenn gleich der reine Geiſt ehrenvoller Liebe und wohlthaͤtiger Unternehmungen, den ſie einſchaͤrfen, aufgehoͤrt hatte, als Buͤßung fuͤr ihre Ausſchweifungen zu dienen. Die Wettkaͤmpfe und Tur⸗

niere, Gaſtmaͤhler und Luſtbarkeiten, womit jeder kleine Hof prunkte, lockten wandernde Abenteurer nach Frank⸗ reich, und ſelten fehlte es ihnen bei ihrer Ankunft an Gelegenheit, ihren unbeſonnenen Muth und tollkuͤhnen Unternehmungsgeiſt durch Thaten zu zeigen, wofuͤr ihr gluͤcklicheres Vaterland keinen freien Spielraum gewaͤhrte.

In dieſem Zeitraume, und gleichſam um das ſchoͤne Reich von den mannigfachen Leiden, womit es bedroht