Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 3. Band (1864)
Entstehung
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Das ſtolzeſte Weib iſt ja doch nur ein ſchwaches Kind, wenn es liebt, und früher oder ſpäter wird der Stolz der Liebe weichen.

Genug, Magda verlebte wirklich einige ruhige und friedliche Tage mit ihrem Mann. In ihrer großen Unerfahrenheit glaubte ſie, daß es ihr jetzt gelungen ſei, ſein Mißtrauen zu beſiegen, und daß dieſes Schach⸗ und Mattſpiel, das ſie bisher hatte aushaltén müſſen, jetzt zu Ende ſei. Wieder eine Illuſion, die Magda bald vernichtet ſehen ſollte.

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An einem Sonntag, einige Tage nach der Rück⸗ kehr des Werkbeſitzers, war René wegen eines Auf⸗ trags, den Sturm ihm gegeben, verreist, ſo daß Porry, Magda und Sturm allein auf Ekſjö waren.

Im unteren Salon waren die Lichter ſowohl in den Kandelabern wie in den Kronleuchtern aͤnge⸗ zündet. Porry und Sturm wanderten dort auf und ab. Magda ſaß in; einem Schaukelſtuhl zurück⸗ gelehnt.

Schon am vorhergehenden Sonnabend war es mit Sturms Liebenswürdigkeit zu Ende. Er hatte an demſelben ſeinem Unwillen Luft gemacht und verſchiedene verletzende Beſchuldigungen gegen Magda vorgebracht, welche den Ausbruch ſeiner ſchlechten Laune mit ihrer gewöhnlichen Ruhe ertrug.

Beim Mittagstiſch am Sonntag hatte Sturm mit raffinirter Grauſamkeit von unehelichen Kindern zu ſprechen angefangen und ſich über dieſelben auf eine Weiſe geäußert, daß Magdas Wangen bald roth und bald weiß wurden. 1