Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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oder ob ſie mit Sophismen ihr Gewiſſen beru⸗ higt hat, das weiß niemand! Ihre alte Magd fand ſie mehrmals vor einem Tiſche ſitzend, Schreibmate⸗ rialien zur Hand und ein kleines Paket neben ſich, aber ſie hatte nie geſchrieben.

Herr Hans Wilkow empfing eines Tages aus den Händen dieſer treuen Magd dieß Paket und zu⸗ gleich die Nachricht ihres Todes. Er öffnete das Kouvert mit Spannung. Es enthielt fünfhundert Thaler in Kaſſenſcheinen. Ohne Worte hatte ſie das Geheimniß als ein Vermächtniß und als eine ſtumme Anerkennung ſeines Werthes in ſeine Haͤnde gelie⸗ fert. Er verſtand ſie. Wie weit ſtolzer Sinn hart⸗ näckig machen kann, das wußte er, deßhalb verzieh er ihr nun ihre Abfertigung.

Ibren Wunſch,in Zederlehne neben dem Gat⸗ tent beigeſetzt zu werden, erfüllte er.Wenn ich

einſt heimgehe, ſprach er zu ſeinem Sohne,ſo will

ich neben den alten Jugendfreunden ruhen es iſt des Kurioſums wegen. Im Leben verſchmähte dieſe Frau mein Haus, um es im Tode als ein Aſyl des Friedens zu beziehen im Leben war die Welt kaum groß genug, um uns aus dem Wege zu gehen und im Tode wird uns nun ein enges Haus verei⸗ nen. Es iſt gut, daß es ſo gekommen iſt, mein 16*

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