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war, legte ſie ihre Sorge und ihren Kummer in Ru⸗ dolphs Bruſt nieder und klagte ſich der Undankbar⸗ keit gegen ſeinen Vater, der ſo unendlich liebevoll ſei, an.
„Deines Vaters Neigung war erſt mein Stolz,“ ſchloß ſie betrübt,„dann aber wurzelte ſie ſich ſo tief hinein in mein Herz, daß ich mit derſelben zärtlichen Unruhe ſein Wohlbehagen im Auge hatte, wie das Deine. Wird er mir dieß aber glauben, nachdem ich heute im erſten Rauſche der Freude ſeine Gefühle ſo wenig beachtet und berückſichtigt habe?“
Rudolph verhehlte ihr nicht, daß es allerdings zu fürchten ſei, durch dieſe unbedeutenden Kleinigkei⸗ ten eine unangenehme Kataſtrophe herbeigeführt zu ſehen, wenn nicht ſeines Vaters Herz ſchon an ſie gefeſſelt wäre.— Und ſeine Furcht erhielt Begrün⸗ dung durch die ſchriftliche Benachrichtigung des Herrn Hans Wilkow: daß er der dringenden Einladung eines alten Bekannten Folge geleiſtet und denſelben auf mehrere Tage in ſeine Heimath begleitet habe.
Der Zuſatz„ihn Hoymers zu empfehlen, da er ſchwerlich vor ihrer Abreiſe von Zederlehne wieder dort eintreffen werde,“ verrieth genugſam den Zu⸗ ſammenhang dieſer herbeigeführten Abweſenheit.
. Nun ſchien die Entfremdung unheilbar. Die


