Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Seine Aufmerkſamkeit wurde von ihr abgezogen, als jetzt die beiden Väter, wie es ſchien, in ſehr harmloſer Laune das Zimmer betraten. Ulrikens Herz füllte ſich mit dem Jubel des Sieges. Sie ſah ſchon im Geiſte alles vergeſſen und die alte Freund⸗ ſchaft neu aufblühen. Ihre ſonſt liebenswürdige Sorgloſigkeit wurde aber jetzt zum Fehler, denn ſie verleitete ſie nicht allein zu falſchen Anſichten, ſon⸗ dern verlieh ihr in der Behandlung ihres Schwieger⸗ vaters auch den Schein des Leichtſinnes. In kind⸗ licher Liebe überſchätzt man den Werth der Eltern ſehr häufig, und die anerzogene Achtung regelt das Benehmen zu einer größern Rückſicht und Zuvorkom⸗ menheit.

Ulrike überſah die konventionelle Kälte in der gegenſeitigen Begegnung und ſie fühlte nicht, daß man nur ſprach, um zu ſprechen und der Pein des unbehaglichen Stillſchweigens zu entgehen.

Nudolph bemerkte dieß ſehr wohl, es war zum erſtenmale in ſeiner Ehe, daß er nicht ganz ent⸗ zückt von der Laune ſeines jungen Weibes war. Sein Vater litt darunter. Seine Stellung als Haus⸗ herr wurde beeinträchtigt, als Ulrike, nur mit den Eltern beſchäftigt, die kleinen Pflichten gegen ihn höchſt nachläſſig übte. Vielleicht häͤtte ein leiſer

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