Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

deutete mit der Hand darauf, ſie gingen zuſammen hinaus.

Herr Hans Wilkow ſchlich wieder zurück in ſein Kabinet. Kaum war er eingetreten, als ſich ſeine Thüre ziemlich geräuſchvoll öffnete und der Major Hoymer auf der Schwelle erſchien.

Auge in Auge ſtanden ſie und ſchauten einander eine lange Weile ſtumm an. Dreißig Jahre hatten ſie ſich gemieden, dreißig Jahre waren ſeit ihrem letzten Zuſammentreffen verfloſſen und dieß Zuſam⸗ mentreffen hatte mit Kriegserklärungen geendigt. Hoy⸗ mer, als Sieger in einer Aktion, wo Eitelkeit und Liebe gegen einfache Natürlichkeit zu Felde gezogen waren, hatte ſeit dieſem Tage die Sache ad acta ge⸗ ſchrieben, während Hans Wilkow von Wilkenow dem Gährſtoffe des Haſſes möglichſt freien Spielraum ließ, bis die Zeit, das Alter und der Wechſel im Innern die nöthige Kühlung erzeugt hatten.

Wir erinnern den Leſer an den erſten guten Gedanken über dieſe Menſchen, welche ihn gekränkt hatten, um den freundlichen Blick, womit er den Vater Ulrikens betrachtete, natürlich zu finden. Aber es war ſo. Zum Erſtaunen des Majors entwickelte ſich wirklich ein gemüthlicher Ausdruck in dem großen Geſichte des Herrn Hans Wilkow und er ſtreckte