Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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die Majorin allerlei Gründe dieſe Nachricht zu be⸗ zweifeln. Ihre Zweifel beruhten auf der Werth⸗ ſchätzung ihres Gatten, aber ſie ſollte die Erfahrung machen, daß man von oben herab den Mann von Verdienſt anders beurtheile wie ſie. Der Major mochte Recht haben, wenn man ſich daranſtieß einen Offizier von mangelnder Schulbildung in höhere Chargen zu erheben, in Friedenszeiten nämlich. Im Kriege iſt das Mir und Mich eine Nebenſache; auf der Parade findet man es anſtößig. Genug, der Abſchied des Majors kam wirklich an und ſetzte auf einige Tage die arme Majorin mit allen ihren Spar⸗ ſyoſtemen und Abzahlungsentwürfen in die größte Verzweiflung. Dann aber fügte ſie ſich geduldig ins unabänderliche und machte neue Pläne, die ſich aller⸗ dings jetzt auf Groſchenerſparungen reduziren muß⸗ ten. Der Major ertrug auch äußerlich ſein Geſchick, das er mit vielen theilte, mit Anſtand, nur hatte ſein Auge den Frohſinn verloren und ſeine Miene die gewöhnliche unbefangene Ruhe.

Die häusliche Kalamität fiel weniger auf ſeine Schultern als auf die ſeiner Gattin, die mit ihren Gläubigern in Unterhandlung trat und die Leute, welche durch die unerwartete Penſionirung des Ma⸗ jors in Schrecken geſetzt wurden und ſich an den 1857. V. H. Hans Wilkow v. Wilkenow. III. 13