19
beſchäftigte und alle Ueberredungskunſt, die ihr zu⸗ gebote ſtand, anwendete, um ſie ihren Wünſchen geneigt zu machen, wendete ſich Herr von Schwechten ausſchließlich an den Marquis, der verſtohlen die An⸗ ſtrengungen ſeiner Gemahlin belauſchte, welche Ca⸗ ritas von ihrem Vorſatze abwendig machen ſollten. Es war ihm intereſſant dieſe beiden ganz verſchiede⸗ nen Naturen dabei zu beobachten, und er ließ ſich ungern davon abziehen, als Schwechten ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit in Anſpruch zu nehmen ſich bemühte.
„Die Forſtſchreiberin Lindſtedt hat mich außer⸗ dem beauftragt,“ begann er, indem er ein zweites
Papier aus ſeinem Portefeuille nahm,„Ihnen, Herr Maraquis, dieſe Geldverſchreibung wieder zuzuſtellen.“
Der Franzoſe hob ſeine Stirn ſtolz empor und ſah Schwechten mit allen Zeichen ſehr großer Ver⸗ wunderung ſtarr an.„Warum? Weßhalb? Glaubt die Frau nicht ſicher zu ſein, daß der Wechſel rich⸗ tig iſt? Hat ſie Mißtrauen gegen meinen Namen? Will ſie lieber baar Geld? Reden Sie, mein Herr — die Zeit drängt!“—
„Nichts von allem, Herr Marquis,“ verſetzte Schwechten artig, aber doch lächelnd über die leiden⸗ ſchaftliche Haſt verletzten Stolzes.„Frau Lindſtedt glaubt ſich unter den vorwaltenden Umſtänden nicht
28


