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„Gott bewahre uns!“ flüſterte der junge Mann ſchaudernd.„Wenn ſie weg wäre, wie wollte man das ertragen!“
Er drang faſt ungeſtüm in ihr Zimmer ein. Das erſte, was er erblickte, war die Geſtalt ſeines Schwagers. Er ſchien ſoeben eingetreten zu ſein. Unſchlüſſig lehnte er am Kamine; die Stirn in die Hand geſenkt, ſchien er ſeine Augen erſt an die herr⸗ ſchende Dunkelheit gewöhnen zu wollen, ehe er weiter vorſchritt.
„Wo iſt ſie?“ fragte Eugen mit ſtockendem Athem.
„Du— Du? Eugen, Du?“ fragte Schollin mit einem Tone, der aus dem Jauchzen einer innern Freude und aus dem Akzente der höchſten Verwun⸗ derung gemiſcht war.
„Mich faßte eine grauenvolle Angſt—“ flüſterte der junge Mann offenherzig.„Richard— es iſt meine Schweſter— Richard, wenn ſie todt wäre—“
Schollin fuhr furchtbar erſchreckt zuſammen.— „Ein Meſſerſtich— o ich kenne dieß entſchloſſene Gemüth! Verſtoßen von Dir— verachtet von mir—“
„Licht— Licht, hole mir Licht!“— keuchte Richard.— Er mußte ſich anklammern am Kamin, um nicht zu ſinken.


