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man an der Frau von Malchow. Wie oft war dieß Herz heillos verletzt, wie oft hatte es gezuckt und ge⸗ blutet unter der rauhen Hand ihres Gatten, und doch trauerte ſie ſo wahrhaft, doch ſehnte ſie ſich zurück zu den Tagen, wo ſie angſtvoll der Wiederkehr des harten Menſchen gelauſcht, um nach ſeinen Launen ihr Lä⸗ cheln und ihr Handeln einrichten zu können. Sie
machte ſich Vorwürfe ihn nicht vor dem Selbſtmorde
behütet zu haben.
Schwechten wählte die ſtille und friedliche Feier des Abends am zweiten Tage, um ihr endlich deirch einen Einblick in die fürchterliche Lebensbahn des Todten Ruhe zu geben. Mit der Hand der ſchonen⸗ den Freundſchaft zog er den Schleier von ihren Au⸗ gen und entrollte dann das Bild der Wahrheit.
Sie erfuhr alles, was des Volkes Stimme längſt auf den Oberförſter gehäuft, ſie erfuhr aber auch, was geſetzliche Nachforſchungen bereits ans Ta⸗ geslicht gebracht hatten.
Ihr Abſcheu erwachte. Das Heilmittel war bitter, aber es half. Aus dem dunkeln Schooße der Vergangenheit ſtieg manches auf, was die Wahrheit dieſer Beſchuldigungen nicht allein glaubhaft machte, ſondern ſogar bekräftigte. Ihr Schmerz brach ſich an der Überzeugung der Unwürdigkeit des Gegenſtan⸗
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1857. IV. Caritas. II. 1


