Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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wieder ſinken, daß der erfahrene Weiberkenner ſah: ſie war zur Erkenntniß gekommen.

Und er ſtand auf und verließ ſie,

Arme Caritas! Im dumpfen Bewußtſein ihrer Gefühle hatte nur ein Alpdruck auf ihrem Herzen gelegen. Jetzt brannte ein heißer Schmerz darin, ein Schmerz, der ſie auftrieb aus ihrem Grübeln, ein Schmerz, der ſie verlangend nach einem theilnehmen⸗ den Buſen machte. Unwillkürlich, von einem Inſtinkte geleitet, ſchwankte ſie zu dem Sitze Franziska's, warf ſich im Taumel ihrer Empfindungen neben ihr nie⸗ der und verbarg ihr Geſicht in deren Schooß.

Gott, mein Gott, wie kindiſch! ſagte die Marquiſe lachend.

Franziska aber neigte ihre Lippen auf des Mäd⸗ chens Scheitel und flüſterte ihr Liebesworte zu.

Der Legationsrath, der alleinige Urheben dieſer ganzen Szene, ſetzte ſich ſo ruhig, als habe ſich nichts begeben, was ihn beträfe, an die Seite des Marquis und ſuchte mit diplomatiſcher Feinheit die Grundlage ſeines Charakters zu entziffen. 1