Teil eines Werkes 
4. Theil (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29 Straͤuchern bewachſene Felſen ſich abbildete, und die Ausſicht war von Bergen umgraͤnzt, deren kuͤhne Stirnen in den Wolken ſich verloren.

Das Auge konnte ſich an dem herrlichen Anblick gar nicht ſaͤtigen. Das milde Licht des Mondes, das Gemurmel des Bachs, die angenehme Kuͤhle des Nachtwinds, der von ſeinen Fittigen Blumenduſt ſchuͤuelie, beſchwich⸗ tigten die heftige Bewegung ſeines Herzens. Er betrat, um auszuruhen, den Marmortem⸗ pel. Hier warf er ſich nieder, verſenkte ſich in Traͤume der Erinnerung, und beſchwor die Ver⸗ gangenheit aus ihrem Grabe herauf. Lebhaf⸗ ter als alle andere Bilder aber ſchwebte Emma's Bild vor ſeiner Seele mit dem bleichen Ange⸗ ſichte, wie er ſie zum letzten Male im Kloſter Llanfaes ſah. Schmerz durchbebte ihn, und

wie ein Seufzer rang ſich folgendes Lied aus ſeiner beunruhiaten Bruſt los: