99 eine Ausſicht verſtatteten. Sie ward da ihrem Range gemaͤß behandelt, nicht mehr, wie eine Verbrecherin, ſondern wie eine Geißel, fuͤr wel⸗
che man von Glyndwr alles, was man wuͤnſchte, zu erlangen hoffte. Man erlaubte ihr ſogar, auf dem Walle zu luſtwandeln.
Indes war Gwenllians Lage hier doch ſehr peinlich; denn einmal erfuhr ſie nichts von den Dingen, die außerhalb vorgingen— nichts von dem Schickſal ihrer Lieben, und dann quaͤlte ſie der verhaßte Montalto fortwaͤhrend mit ſeiner Leidenſchaft.—„Wolle ſie ſeine Wuͤnſche an⸗ hoͤren und mit ihm fliehen; ſo ſtehe ihrer Frei⸗ heit kein Hinderniß weiter im Wege.“— ſagte er. In dieſem Falle verſprach er ſogar mit ih⸗ rem Vater gemeinſchaftliche Sache zu machen
und Dinas⸗Bran nebſt allen darin befindlichen Feinden Glyndwr's ihm in die Hand zu ſpielen.
Gwenllian antwortete: nach dem, was er gethan, ſei es thoͤrig, zu hoffen, daß ſie jemals


