latten hatte er dieſen ſinnreichen Betrug in der Ab⸗ ſicht in's Werk geſetzt, Euch zu bewegen, ſein Weib zu werden. Wäre ihm dies aber nicht gelungen, ſo würde er die Maske abgeworfen haben und Euch— ich brauche ſeiner ſchändlichen Abſicht keine Worte zu leihen. Es iſt ein Glück, daß ich Zeit genug an⸗ kam.“
„Wackerer Oceola!“ rief Virginie;„zweimal habt Ihr mir und meinem Bruder das Leben— mehr als das Leben gerettet. Wir haben weder Worte noch Macht, Euch zu danken. Ich kann Euch, um meine Dankbarkeit zu beweiſen, Nichts anbieten, a dieſes kleine Andenken.“
zneue dies ſagte, näherte ſie ſich dem Häupt⸗ linge, zog aus ihrem Buſen ein zuſammengefaltetes Pergament und überreichte es ihm.
Oceola erkannte das Document ſofort. Es war die Beſitzurkunde über ſein väterliches Erbtheil.
„Dank! Dank!“ antwortete er, indem ein weh⸗ müthiges Lächeln ſeine Lippen umſpielte.„Es iſt in der That ein Beweis der uneigennützigſten Freund⸗ ſchaft. Leider aber kommt er zu ſpät. Die Perſon, welche ſo ſehr dieſes koſtbare Papier zu beſitzen wünſchte, die ſich ſo innig ſehnte, in dieſe einſt ge⸗ liebte Heimath zurückzukehren, iſt nicht mehr. Meine


