Teil eines Werkes 
5. Band (1858)
Entstehung
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Ereigniſſe des Morgens nachdenken konnte, ward meine Seele in den tiefſten Jammer verſenkt. Meine Phantaſie quälte mich mit entſetzlichen Bildern. Vor mir erſchien die Leiche meiner ermordeten Mutter— mit ausgeſtreckten Armen mahnte ſie mich zur Rache und neben ihr ſtand meine Schweſter bleich, in Thrä⸗ nen gebadet, mit aufgelöſ'tem Haar.

Kein Wunder, daß ich mit peinlicher Ungeduld den Untergang der Sonne erwartete. Es war mir, als wenn ich die Königin des Tages noch piemals ſo langſam hätte unterſinken ſehen. 1

Die Sonnenſcheibe war blutroth und ein dichter Nebel hing über den Wäldern. Der Himmel ſah düſter und drohend aus— er trug die Farbe meines eigenen Gemüths.* 3

Endlich ſenkte ſich die Dämmerung herab— ſie war kurz, wie dies in ſüdlichen Breitegraden der Fall iſt— obſchon ſie mir an dieſem Abende ziem⸗ lich lange zu zögern ſchien.

Finſterniß folgte; wir ſprangen wieder in unſere Sättel und die Bewegung brachte mir Erleichterung.

Aus dem Walde heraus ritten wir in die offene Savannah hinein. Die beiden Jäger führten uns in gerader Linie hinüber. Es wurde kein Verſuch gemacht, irgend einer der zahlreichen Fährten zu fol⸗ gen. In der Dunkelheit wäre es unmöglich geweſen;

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