ſie liebe ihn. Selbſt ich ward durch ihr Verhalten myſtificirt. Entweder hegte ſie ein Gefühl für ihn,
welches über dem der bloßen Freundſchaft ſtand, oder ſie trug wenigſtens ein ſolches zur Schau. Wenn er ſie liebte und ſie es wußte, dann war ihr Verhalten im höchſten Grade grauſam.
Solchen Gedanken hing ich nach, obſchon blos dann, wenn ich mich nicht enthalten konnte, dabei zu verweilen. Sie waren unangenehm, zu Zeiten ſelbſt ſchmerzlich. Ich lebte in einem Labyrinthe des Zweifels und wußte nicht, was ich von Allem denken ſollte, was um mich her vorging, bis plötz⸗ lich vor meinem Blicke ein neues Kapitel in unſerer Familiengeſchichte aufgeſchlagen ward, welches im Bezug auf Geheimniß alle anderen verdunkelte.
Es ging mir nämlich eine Nachricht zu, welche, wenn ſie wahr war, alle dieſe neu entſtandenen Theorieen aus meinen Gedanken verſcheuchen mußte. Ich erfuhr nämlich, daß meine Schweſter Arens Ringzold liebte— mit andern Worten, daß ſie ſeinen Bewerbungen Gehör ſchenkte.
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