Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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erwarten, daß jeder meiner Rathſchläge als ein un⸗ befugter aufgenommen werden würde. Deßhalb be⸗ ſchloß ich, damit zu warten, bis vielleicht eine Kriſis käme, welche ihnen mehr Gewicht gäbe.

Mehrere Tage lang dauerte dieſe Kälte zwiſchen uns fort. Meine Mutter wunderte ſich oft darüber, erhielt aber keine Erklärung. Ich bildete mir ſogar ein, daß ſelbſt ihre Zuneigung zu mir nicht mehr ſo zärtlich ſei, als ſie ſonſt zu ſein pflegte.

Vielleicht that ich ihr Unrecht.

Sie war ein wenig unwillig auf mich wegen des Duells mit Ringzold, von welchem die erſte Nachricht ſie ſehr bekümmert gemacht hatte. Bei meiner Rückkehr hatte ich Vorwürfe von ihr darüber anhören müſſen, denn man glaubte, ich allein hätte die Sache auf eine ſehr tadelnswerthe Weiſe geſucht.

Warum hätte ich mich ſo unfreundlich gegen Arens Ringzold gezeigt? fragte ſie. Um Nichts wei⸗ ter, als um einer elenden Indianerin willen? Was ginge es mich an, was von dieſem Mädchen geſpro⸗ chen worden ſei? Wahrſcheinlich habe man von ihr nicht mehr geſagt, als die Wahrheit. Ich hätte mich

klüger benehmen ſolleg. Ich gewahrte, d eine Mutter von den mei⸗

ſten der weſentlichen Punkte in Kenntniß geſetzt

worden, welche mit der Sache zuſammenhingen. Von

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