Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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werden. Er war der Eingebung ſeines Herzens ge⸗ folgt und hatte ſein Vermögen zwiſchen ſeine Kinder in gleiche Theile getheilt. Deßhalb ſtand meine Schweſter, in ſo weit die Unabhängigkeit des Ver⸗ mögens in Frage kam, mir vollkommen gleich.

Natürlich war unſere Mutter ebenfalls bedacht worden, aber der Kern des väterlichen Beſitzthums gehörte jetzt Virginien und mir.

Meine Schweſter war alſo eine Erbin von Mutter und Bruder vollkommen unabhängig durch keine Autorität an Eines von Beiden gebunden, ſondern blos durch die, welche in den Banden des Herzens in der kindlichen und ſchweſterlichen Zuneigung liegt.

Ich habe mich etwas umſtändlich hierüber aus⸗ geſprochen, um die delikate Aufgabe zu veranſchau⸗ lichen, welche ich zu erfüllen hatte, indem ich meine Schweſter zur Rede ſtellte.

Seltſam war es, daß ich nicht an meine eigene anomale Stellung dachte. Es fiel mir in dieſen Augenblicken gar nicht ein, daß ich mit der Schweſter deſſelben Mannes ſo zu ſagen verlobt war, und die aufrichtige Abſicht hatte, ſie zu meinem Weibe zu machen.

Ich konnte in einem ſolchen Bündniſſe durchaus nichts Unnatürliches oder für mich Unehrenhaftes 3 11*