Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
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Zweiundfünfzigſtes Kapitel. Ein unfreiwilliger Helbſtmord.

Als Käthchen die Leiche ihres Vaters geſehen, war ſie im Uebermaße des Schmerzes, wenn auch nicht be⸗ wußtlos, auf die Kniee geſunken, beugte ſich über ſie und küßte unter Schluchzen, Stöhnen und Ausrufungen der tiefſten Trauer die kalten ſtummen Lippen.

Nur das Geſicht der Leiche war unbedeckt, der Ca⸗ melottmantel verhüllte den Körper wie die klaffenden blutloſen Wunden. Deshalb ſah Käthchen ſie nicht und forſchte auch nicht nach der Urſache des Todes ihres Vaters. Das verzerrte ſchwarzgelbe Ausſehen ſeines Ge⸗ ſichtes brachte ihr ſofort die Krankheit in Erinnerung⸗ an der er ſchon vor ſeiner Abreiſe gelitten; ihr war er unterlegen, ſo glaubte ſie.

Herbert machte jetzt auch keinen Verſuch, ſie hierüber aufzuklären, es ſchien ihm nicht an der Zeit zu ſein, ihr alle Einzelheiten des ſchrecklichen Ereigniſſes jetzt mitzutheilen. Das Traurigſte war ihr durch einen Zu⸗ fall unvorbereitet bekannt geworden, warum ſie noch mehr durch die trüben Nebenumſtände bekümmern?

Ohne irgend ein Wort zu ſagen oder irgend eine der bei ſolchen Gelegenheiten gewöhnlichen und meiſt ſo gänzlich unnützen Redensarten vorzubringen, ſchlang der junge Mann mit Entſchloſſenheit ſeinen Arm um den Leib ſeiner heißgeliebten Couſine, erhob ſie zu einer auf⸗ rechten Stellung und führte ſie ſanft von der Stelle fort. Langſam ging er mit ihr um das vom Feuer verwüſtete Haus herum und brachte ſie nach dem klei⸗ nen Sommerhauſe, dem für Beide unvergeßlichen Kiosk,