Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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in den in tiefſter Abgeſchiedenheit gelegenen ſichern Tem⸗ pel eintreten zu dürfen. Chakra begriff die Nothwen⸗ digkeit vollkommen, ſich ſo viel wie irgend möglich von Allem zurückzuhalten und in der Verborgenheit zu blei⸗ ben. Kein Flüchtling hätte vorſichtiger bei ſeinen Aus⸗ gängen ſein können, als er.

Er wußte, daß ſein Leben bereits durch den frühe⸗ ren Urtheilsſpruch verwirkt ſei und daß, wenn auch ein⸗ mal der Hinrichtung entgangen, er bei einer zweiten ſolchen Gelegenheit nicht ſo glücklich ſein würde; denn, wieder gefangen, würde gewiß eine ſichere Todesart bei ihm angewandt werden, etwa ein Strick ſtatt der frühe⸗ ren Kette, und anſtatt mit dieſem an einen Baumſtamm gebunden zu ſein, würde man ihn hübſch beim Halſe an einen Baum aufhängen.

Das wußte der auferſtandene Chakra ganz gut und

deshalb betrat er die Waldpfade ſtets nur mit der größ⸗

ten Vorſicht nnd ſcheute ſich ganz beſonders vor der Pflanzung von Willkommenberg. An den Seiten des Berges hatte er nur wenig zu fürchten, denn der Ruf des Jumbéfelſens wie der des Teufelsloches hielten deren Nachbarſchaft von allen ſchwarzhäutigen Herumſtreifern frei. Hier das Gebiet hatte Chakra ganz für ſich allein.

In dunkeln Nächten konnte er jedoch nach Herzens⸗ luſt und gewiſſermaßen ſicher herumſtreifen, vorzüglich auf den Negerdörfern der entfernteren Pflanzungen, da der geringe, den Sclaven erlaubte Verkehr auf den ver⸗ ſchiedenen Pflanzungen das Anknüpfen von Bekannt⸗ ſchaften unter ihnen ſehr erſchwerte, ja, faſt unmöglich machte. Deshalb hielt Chakra ſeine Zuſammenkünfte