Montagu Smythje liebte ſeine Tochter. Das wußte er zwar ſchon zuvor, aber nun hatte ſeine Tochter ſelbſt es halb zugegeben, ja geradezu eingeſtanden, daß ſie Smythje leiden möge; und war Leidenmögen hier nicht Liebe? 4
„Ja, Käthchen,“ ſagte er, ſobald ſich ſeine übermäßige Freude ein wenig gelegt,„Du biſt blind, Du kleine Einfalt, ſonſt hätteſt Du Alles gleich geſehen. Sein Betragen hätte Dir gleich gezeigt, welche Rückſichten er auf Dich nimmt.“
„Ach, Vater, ich meine, ſein Betragen zeigt vielmehr, daß er auf keinen von uns Rückſicht nimmt. Er iſt zu ſtolz, um auf irgend Jemanden Rückſicht zu nehmen.“
„Was, zu ſtolz? Unſinn! Das iſt nur ſo ſeine Art. Dir hat er ſich gewiß nicht ſo gezeigt, Käthchen?“
„Ich kann ihn eigentlich nicht tadeln,“ fuhr das junge Mädchen in ernſthaftem Tone ſßrechend fort. „Es war nicht ſein Fehler. Deine Behandlung, lieber Vater— Du mußt mir nicht böſe ſein, daß ich dies ſage— war die nicht vollkommen genügend, um ihn dazu zu bringen, was er gethan?“
„Meine Behandlung!“ rief der Kuſtos überraſcht. „Kind, ich glaube, Du faſelſt! Ich konnte ihn doch nicht beſſer behandeln, als ich gethan, ich habe ja Alles ge⸗ than, um ihn zu unterhalten, damit er ſich hier zu Hauſe fühlen ſolle. Nach der Art, wie er ſich gegeben, ſo iſt das alles Unſinn, was Du von ſeinem Stolz geſprochen; gegen uns wenigſtens hat er ihn gar nicht gezeigt; im Gegentheil, er hat ſich ganz bewunderungswürdig gegen uns betragen. Ganz gewiß, kein Mann könnte


