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Herr Vaughan ſelbſt bedurfte nun der Gönnerſchaft
nicht mehr. Willkommenberg, unverſchuldet und unbe⸗
ſchwert, war ſein freies Eigenthum und eines der ſchön⸗ ſten Güter der ganzen Inſel, dem ganz gleich, deſſen Verwaltung er immer noch fortführte.—
Ebenſo wie er reich geworden, war er auch im Range geſtiegen. Zuerſt Kirchenvorſteher in der Ge⸗ meinde, dann Friedensrichter, war er zu der Zeit, wo unſere Geſchichte beginnt und ſchon einige Zeit zuvor,
Hauptmagiſtrat des Bezirkes mit dem Titel eines„Cu- stos rotulorum'. Das war gewiß eine anſehnliche Würde für den Sohn eines Provinzial⸗Krämers!
Die häuslichen Verhältniſſe Vaughans waren frei⸗ lich weniger ehrenwerth geweſen, wenigſtens würden ſie ſo der Anſchauung eines Europäers erſchienen ſein. Aber in jenen Tagen waren die geſelligen Kreiſe Jamaica's äußerſt tolerant, und ſolch ein Verhältniß wie das, was zwiſchen ihm und der Quadronen⸗Sclavin be⸗ ſtand, gab nur ſehr geringen, wenn überhaupt irgend einen Anſtoß. So lange die Quadrone im Lichte einer nur für kurze Zeit beſtimmten Frau angeſehen wurde, gab das Verhältniß nicht den geringſten Anlaß zum Skandal. Hätte Vaughan aber dies Verhältniß durch
„eine Heirath zu einem fortdauernden machen wollen,
was anderwärts wohl ſeinem Rufe zu Gute gekommen, dann freilich wäre er unbedingt ſofort in den Bann gethan und auf's Strengſte aus der Geſellſchaft aus⸗ geſchloſſen worden.
In der That wäre er zu einer Zeit faſt das Opfer einer ſolchen geſellſchaftlichen Ausſchließung geworden,


