habe den Obiahismus faſt in jedem Lande angetroffen,
wo ich gereiſt, und obgleich er eine hervorragendere Stel⸗ lung im ſocialen Leben der Wilden einnimmt, ſo wird
er doch auch auf den Nebenwegen der Civiliſation angetrof⸗ fen. Der Leſer, der vielleicht im Ungewiſſen über ſeine Bedeutung ſein könnte, wird ſie vollkommen begreifen, wenn ihm geſagt wird, daß der Obiahmann Weſtin⸗ diens einfach das Duplikat des„Medicinmannes“ der nordamerikaniſchen Indianer, das„Piuche“ des Südens, des„Regenmachers“ des Kaps, des Fetiſchmannes der Küſte von Guinea, und faſt unter eben ſo vielen ver⸗ ſchiedenen Namen bekannt iſt, als es unciviliſirte Völ⸗ kerſtämme giebt. Es iſt dies die allererſte Morgendämmerung der Re⸗ ligion für die Seele der Wilden; doch ſelbſt wenn ſeine boshaften Abſichten ſich bereits in Sehnſucht nach dem ewigen Leben umgewandelt haben, ſo verweilt er noch ſtets in den Schlupfwinkeln der Unwiſſenheit und er⸗ hält ſich ſeine urſprüngliche Geſtalt als— Hexerei. In Bezug auf die vorher gemachte Angabe, daß auf jeder größeren Pflanzung ein Obiahmann war, machte das Gut Willkommenberg keine Ausnahme. Auch dies war geſegnet oder vielmehr beſtraft mit einem Jünger dieſer Kunſt, einem alten koromantiſchen Neger, mit Namen Chakra, einem Manne, deſſen grimmig⸗wildes Ausſehn ihn zu einem der beliebteſten Ausuͤber derſel⸗
ben machen mußte. Und ein ſolcher war er leider zu
ſeinem eigenen Unglücke geworden. Er hatte lange im
Verdachte geſtanden, den früheren Beſitzer des Gutes
Der Marone. I. 2 —


