Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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nicht ſanft, ſondern ſchroff und ſteil empor. Nirgends aber hatten die Wände die Beſchaffenheit von Felſen⸗ riffen. Ein Mann zu Fuße würde ſie, wenn auch mit Schwierigkeit, haben erſteigen können, beſonders wenn er ſich der Stütze der Bäume der Tannen und Wachholderſträucher bedient hätte, welche die ſteile Wand ſo dicht bedeckten, daß ſie dieſelbe faſt überwuchert hat⸗ ten. Nur hier und da konnte man den kahlen Stein durchblicken ſehen und einen kleinen Fleck blätterigen, weißen Gypſes oder blitzenden Selenites bemerken, in⸗ deſſen an anderen Stellen ein unſcheinbares Gewäſſer, das über die Felſen hüpfte und zwiſchen den Cedern hindurch blitzte, einen ſehr ähnlichen Eindruck machte.

Jene kleine Sturzbäche, die hinunter in das Thal rieſelten, bildeten zahlreiche kryſtallne Bänder, die das Thal durchſchnitten. Gleich den Armen eines ſilbernen Candelabers vereinigten ſich alle ungefähr in der Mitte derſelben und bildeten dort einen klaren Fluß, der wei⸗ ter ſtrömte und ſich durch die Schlucht in Robideau's Paß ergoß.

In Folge jenes Ueberfluſſes an Waſſer erfreute ſich das Thal einer reichen Vegetation, welche aber nicht die Geſtalt eines Waldes angenommen hatte. Einige hübſche Silberpappeln, welche in kleinen Gruppen umherſtanden, waren die einzigen Bäume, aber ein friſcher, grüner Raſen, in welchem manche holde Blüthe prangte, die beſtimmt war, ungeſehen in jener Abgeſchiedenheit zu blühen, bedeckte den Boden.