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Sie hielt ein Buch in der Hand und ſchien in dem⸗ ſelben zu leſen, denn es war aufgeſchlagen. Das Licht fiel aber nur ſchwach auf die Seiten und die verſtoh⸗ lenen Blicke, welche ſie darauf warf, verriethen, daß etwas anderes, als das Buch, ihre Aufmerkſamkeit feſſele.
Offenbar war ein fliegendes Blatt, das weißer zwi⸗ ſchen den Seiten des Buches ſchimmerte, der Gegenſtand ihrer Betrachtung. Es war die Schrift auf demſelben, welche ſie bemüht war, zu entziffern.
Ich beobachtete ſie mit aufmerkſamen Blicken und
folgte jeder Bewegung der ſchönen Leſenden. Marian hatte ſich zu mir geſellt und wir ſetzten unſere Beobach⸗ tungen gemeinſchaftlich fort. Es koſtete uns ſelbſt Ueber⸗ windung, uns zu enthalten, zu ſprechen. Ein Wort wäre mehr werth geweſen als alles Geſchriebene; doch konnte es auch alles verderben. Diejenigen, welche an den Wagen ſtanden, hätten es hören können. Es ward daher nicht geſprochen.
Lilian war über die Nähe der jungen Männer offen⸗ bar verlegen und warf während des Leſens unruhige Blicke auf ſie. Vielleicht verhinderte ſie der dadurch entſtandene Zwang, irgend eine heftige Aeußerung der
Ueberraſchung, welche der Inhalt des Schreibens wohl⸗
hervorrufen konnte, zu äußern.
Als ſie geendet hatte, entſchlüpfte ihr ein kurzer, halb unterdrückter Seufzer; ein flüchtiger, forſchender Blick auf die vor dem Wagen Verſammelten— ein
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