Teil eines Werkes 
4. Band (1861)
Entstehung
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Ueberdieß war es die angenehmſte Stunde des all⸗ täglichen Lebens der Karavane: jetzt ſchaarten ſich die Reiſenden um die Lagerfeuer, welche ihr Licht auf manches holde Geſicht warfen; nach beendeter Abend⸗ mahlzeit ſtimmte man Lieder an, erzählte Geſchichten und lachte froh und ſorglos; aus den Pfeifen ſtiegen die aromatiſchen Düfte in blauen Rauchſäulen empor und die kräftigen, von der Arbeit des Tages bereits ausgeruhten Glieder folgten dem Drange, ſich auf leicht beſchwingten Sohlen zu drehen.

Auch an jenem Abende hatten die Mitglieder der Mormonengeſellſchaft jenem Verlangen nachgegeben. Kaum waren die Ueberreſte der Mahlzeit weggeräumt und zwiſchen den lodernden Feuern ein Raum frei ge⸗ macht worden, als die Geige, das Horn und die Clari⸗ nette ihre melodiſchen Töne anſtimmten und ein halbes Dutzend Paare zu einer Quadrille zuſammentrat und anfing, die Füße im Tacte zu bewegen.

Der Anblick war ſeltſam genug, denn die Tänzer waren keineswegs beſonders gewandt; indeſſen fiel es uns nicht ein, über eine Unterhaltung zu ſpotten, die unſerer Abſicht ſo förderlich war. Die lauten Klänge der Inſtrumente begünſtigten leiſe geführte Unterhal⸗ tungen, und ſowohl das Geſumme vieler Stimmen, als der Reiz des Tanzes waren Umſtände, welche uns eben ſo plötzlich, als unerwartet zu Statten kamen.

Meine Gefährtin und ich hatten nicht mehr zu fürchten, daß unſere Bewegungen beobachtet werden könnten.