54
Der fremde Reitersmann war ein Indianer. Da er nicht kriegsmäßig gekleidet war, konnte ich daraus entnehmen, daß er an dem letzten Kampfe keinen Antheil genommen, ſondern wahrſcheinlich eben von einer weiten Reiſe zurückgekehrt ſei— vielleicht ein Bote war, der Nachricht aus der Ferne brachte.
Da ich eine Begegnung gleichfalls gern vermeiden wollte, ritt ich ſchweigend an den beiden Reitern vor⸗ über und ſetzte meinen Weg eilig fort.
Als ich an die Jägerin herankam, überlegte ich, wie ſie mich wohl empfangen würde, und wie ich meine Annäherung rechtfertigen ſolle. Ich fürchtete, kein ſehr warmes Entgegenkommen zu finden, jeden⸗ falls nicht, ehe ſie vernommen, was ich ihr zu ſagen hatte.
Die zweideutige und unzeitige Mühe der Chi⸗ caſaw⸗Indianerin mußte, verbunden mit dem unheil⸗ vollen, tragiſchen Auftritte, der eben ſtatt gefunden hatte, eben ſo irrige, als unerfreuliche Gedanken in ihr erregt haben. In Folge deſſen, würden ihr nicht nur die Betheuerungen ihres Liebhabers, ſon⸗ dern mein eignes Zeugniß zu Gunſten deſſelben, und überhaupt Alles, was wir geſagt oder gethan hatten, in einem falſchen Lichte erſcheinen. Es gehörte daher kein großer Scharfblick dazu, um mir eine unfreundliche Aufnahme zu prophezeien.
Als ich näher kam, hörte ſie auf, den Hund zu


