Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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daß ſie auf den im Walde herumſchweifenden Bären ſtoßen könnten, daß er ſie hören und, die Gefahr ahnend, in ſeine Höhle zurückeilen würde.

Von dieſer Beſorgniß bewogen, hatten ſie ihre Pferde und Maulthiere, nachdem ſie ſie an Bäumen angebunden, eine gute Strecke weit zurückgelaſſen und ſich der Höhle zu Fuße genähert, ohne das mindeſte Geräuſch zu machen.

Der Gemſenjäger begann nun ſeine Abſichten in Ausführung zu bringen. Während die Andern geſchla⸗ fen, hatte er aus trocknen Splittern der Steintanne eine große Fackel gefertigt, und nachdem er dieſelbe jetzt in aller Ruhe angezündet, ſteckte er ſie nahe am Fuße der Felſenwand in den Boden.

In dem Augenblick, wo die helle Flamme den Ein⸗ gang der Höhle beleuchtete, machten ſich ſämmtliche Jä⸗ ger ſchußfertig.

Sie wußten nämlich nicht gewiß, ob Meiſter Braun überhaupt ausgegangen ſei. Es war möglich, daß er noch im Bette lag. War dies der Fall, ſo weckte ihn vielleicht der Schein der Fackel und lockte ihn heraus. Deshalb war es am beſten, auf einen ſolchen Fall vor⸗ bereitet zu ſein.

Der Gemſenjäger ließ nun ſeine Hunde los, die er bis jetzt ſicher an der Leine geführt. Sobald ſie frei waren, ſtürzten die wohldreſſirten Thiere, recht wohl wiſſend, was man von ihnen erwartete, ſtracks in die Höhle hinein. 5

Meiſter Braun. II. 2