Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163

waren von runder Form es waren nämlich Reis⸗ bündel, und ſie kamen ſo raſch den Berg heruntergerollt, daß, wenn unſere Reiſenden zufällig ſich in derſelben Richtung befunden hätten, ſie es ſchwierig gefunden haben würden, ſchnell genug aus dem Wege zu kommen.

Dies war ihr Gedanke in dieſem Augenblick und ſie waren froh, der Gefahr entronnen zu ſein, als plötz⸗ lich eine neue Lawine von Reisbündeln oben losgelaſſen ward, welche augenſcheinlich geraden Weges in wilden Sprüngen auf die Reiſenden zukam.

Es war unmöglich, zu ſagen, welche Richtung unſere Freunde nehmen ob ſie ſchnell vorwärts eilen oder zurückweichen ſollten, denn in Folge der Ungleich⸗ heit des Bergabhanges und des unregelmäßigen Rollens der Reisbündel ließ ſich nicht genau die Richtung be⸗ ſtimmen, welche ſie nehmen würden.

Alle machten daher Halt und erwarteten mit ſtummer Bangigkeit den Ausgang.

Natürlich brauchten ſie nicht lange zu warten kaum eine Secunde denn die rieſigen Bündel, die jeden Augenblick mit größerer Wucht den Abhang her⸗ unterſprangen, bewegten ſich mit Blitzesſchnelligkeit und ſauſten mit ſolcher Gewalt an ihnen vorüber, daß, wenn eins davon Maulthier oder Roß getroffen hätte, dieſe ſowohl als der Reiter in den Abgrund hinab geſchleu⸗ dert worden wären.

Nur ihr gutes Glück rettete ſie, denn an einer ſol⸗ chen Stelle wäre es ſelbſt dem geſchickteſten Reiter un⸗

11*

*