Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

146

mit ihren Krähenneſtern an der Spitze? Was machen die Knaben da oben? Und was machen jene Leute unten — jene Männer, Frauen und Kinder— eine aus allen Lebensaltern und allen Geſchlechtern zuſammengeſetzte bunte Menge? Was machen ſie?

Sie fangen Tauben. Das iſt es, was ſie machen, oder vielmehr was ſie zu machen beabſichtigen, ſobald als die Gelegenheit ſich dazu darbietet. Dieſe Leute ſind einfach Taubenfänger.

Aber was für eine Art von Tauben fangen ſie? Und wo kommen dieſe Tauben her?

Dieſe Fragen müſſen beantwortet werden.

Die Antwort auf die erſte Frage iſt: Die gemeine europäiſche wilde Taube(Columba palumbis). Dieſe iſt in England und in Deutſchland unter dem Namen der Holz⸗ oder Waldtaube bekannt und wird in Frank⸗ reich ramier genannt.

In England iſt die Waldtaube kein Zugvogel. In dieſem Lande herrſcht ein weit milderer Winter als in denſelben oder ſogar noch ſüdlicheren Breite⸗ graden auf dem Continent. Dies ſetzt die Waldtaube in den Stand, das ganze Jahr hindurch Nahrung zu finden, und deshalb bleibt ſie in England. In den Ländern des Continents dagegen— auch in Frankreich — zwingt die Strenge des Winters ſie, nach Süden zu ziehen, und ſie wandert alljährlich nach Afrika. Die vermuthliche Grenze ihres Fluges iſt die Kette der Atlasgebirge