181
gung nicht aus einander bringen. Die armen Thiere ſtanden darum auch Kopf an Kopf ganz entſetzt und einge⸗ ſchüchtert da. 1
Ich ſchickte Heinrich zu Cudjo, um die Handſäge ho⸗ len zu laſſen, trug ihm aber auch auf das Pferd und den Wagen, ſo wie Riemen mitzubringen, damit wir unſere
Gefangenen ſichern und den erlegten Hirſch mit uns neh⸗
men könnten.
Wären wir nicht zu dem Kampfe gekommen, ſo würde das Schickſal der beiden Gefeſſelten ſchlimm genug geweſen ſeyn. Entweder reißende Thiere hätten ſie überfallen, oder, war dies zufällig nicht der Fall, ſo drehten und wendeten ſie ſich vielleicht ein paar Tage lang, um endlich mit einan⸗ der zu verhungern und zu verdurſten. Dies iſt das Ende gar mancher dieſer Thiere.
Cudjo kam mit den nöthigen Werkzeugen bald an und
nachdem wir den beiden Hirſchen die Beine feſtgebunden hat⸗
ten, daß ſie nicht entfliehen konnten, ſägten wir ein Ende von
ihrem Geweih ab und machten ſie ſo von einander los. Alle drei wurden dann auf den Karren geladen und Keiumphirsnd
kehrten wir nach Hauſe.
Cudjo hatte unſern Thiergarten bereits eingezäunt und zwar ſo, daß ſelbſt ein Hirſch nicht wohl über den Zaun hinwegſetzen konnte. Er war mehre Acker groß, beſtand
zum Theil aus Waldland und an der andern Seite reichte
er in das Waſſer hinein. Dahin brachten wir denn unſere Hirſche und wir überließen es ihnen, wie ſie ſich unterhal⸗ ten wollten. Es lag uns jedoch ſehr am Herzen, auch eine Hirſchkuh oder ein Paar zu erlu igen, die ihnen Seſuichäſt leiſteten. 3
— ꝗᷣ————·—


