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Das Haus in der Wüste, oder Abenteuer einer Familie, die sich in der Wüste verirrte : mit vier Scenenbildern / von Capitän Mayne Reid ; aus dem Englischen von Dr. A. Diezmann
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Auch Berge gibt es, ja die Hälfte der Wüſte iſt ſehr gebirgig und die große Kette der Felſengebirge läuft gerade hindurch von Norden nach Süden, ſo daß ſie die Wüſte in zwei faſt gleiche Hälften theilt. Aber ſie hat auch noch andere Berge, Berge von jeder Hohe, die bisweilen in ihrer Geſtalt und Farbe ein höchſt ſeltſames und auffal⸗ lendes Ausſehen haben. Einige laufen Meilen weit in hori⸗ zontalen Satteln hin wie Hausdächer und ſind ſcheinbar oben auf der Spitze ſo ſchmal, als könnte man drauf wirklich reiten oder rittlings ſitzen. Andere von kegelförmiger Geſtalt ſtehen vereinzelt, getrennt von den andern in der Wüſte drau⸗ ßen und ſehen aus wie umgekehrte Kaffehtaſſen auf einem Ti⸗ ſche. Ferner ſindet man ſcharfe Zackenberge, die wie Nadeln emporſteigen, und noch andere, welche wie die Kuppel einer großen Kirche ausſehen. Alle dieſe Berge haben verſchiedene Farben. Einige ſind dunkel oder dunkelgrün oder blau, wenn man ſie von weitem ſieht. Dieſe Farbe haben ſie, wenn ſie mit Fichten⸗ oder Cederwald bedeckt ſind, denn Fichten und Cedern findet man in Menge auf den Bergen der Wüſte.

Viele andere Berge aber gibt es, an deren Seiten man keine Bäume, ja keine Spur von Vegetation findet. Ungeheure kahle Granitmaſſen ſcheinen auf einander ge⸗ thürmt zu ſeyn oder ragen über finſtere gähnende Abgründe. Andere Spitzen ſind vollkommen weiß, weil ſie einen dicken Mantel von Schnee tragen. Dieſe ſieht man immer aus der größten Entfernung, weil ſie ſehr hoch ſind, was eben der Schnee beweiſt, der das ganze Jahr hindurch auf ihnen liegt, ohne zu ſchmelzen. Andere Spitzen ſind eben ſo weiß, ohne daß ſie Schnee tragen. Sie haben eine Milchfarbe und verkrüppelte Cedern wachſen an ihnen in Ritzen und Spal⸗

ten. Sie ſind Berge von reinem Kalkſtein oder von weißem