243
daß meine Stirne gefurcht wird, daß ich, der ich bisher glaubte, über mein und Anderer Schickſal befehlen zu können, mich jetzt unter das Joch der Nothwendigkeit beugen muß. k
— Mein Vater! Dieſe Sprache von Ihren Lip⸗ pen enthält tauſend Dolchſtiche für mein Herz.
— Weißt Du, Alva, daß ich hundert Mal ge⸗ wünſcht habe Du ſeieſt todt, damit ich es überho⸗ ben würde, in Dir ein rächendes Schickſal, eine Strafe für meine Verbrechen zu ſehen; und doch——— als Du krank wurdeſt, wollte ich Alles, was ich be⸗ ſitze, für die Rettung Deines Lebens geben——— Ich war nahe daran Dich zu haſſen, weil Du Schuld daran warſt, daß ich mich ſelbſt vergaß!——— Es trieb mich deßhalb aus Deiner Nähe fort, um gleich wieder wie ein Friedloſer zu Dir zurückzukehren. Dieſe Gefühle, welche mich bald Dich fliehen laſſen und bald wieder zu Dir zurückführen, ſind für mich eine aahre Hölle!
Die Ankunft von Alva's Arzt unterbrach jetzt das Geſpräch.
Am folgenden Tag unternahm der Baron eine längere Reiſe ins Ausland.
Alva, welche an einer ſchweren Bruſtkrankheit darniedergelegen und noch ſehr ſchwach war, reiste einige Zeit darauf nach Lunda Pfarrhof. Sie war vollkommen mit der Organiſation ihrer Erzie hungsanſtalt für arme Kinder fertig dieſe war jetzt in voller Wirkſamkei Gren hatte verſprochen, die Oberaufſicht übet zu übernehmen.


